MonArch 3 bietet die Möglichkeit, alle existierenden Elemente wie digitale Dokumente, Strukturelemente, Notizen, interne Themen, etc. mit Metadaten zu versehen. Der Begriff Metadaten steht für Daten, die Informationen über wiederum andere Daten, in diesem Fall also die Elemente selbst, bereitstellen. MonArch enthält insgesamt drei Arten von Metadaten:

  1. Informationen in Form von Eigenschaften: Diese Daten werden als Schlüssel-Wert-Paare in Eigenschaftsdefinitionen gespeichert. Zum Beispiel könnten an einem PDF-Dokument so Informationen wie „Erstellt am: 25.03.2022“ oder „Autor: Kuhn“ hinterlegt werden.
  2. Thematische Auszeichnung mit Schlagwörtern aus Vokabularen: Damit können Elementen Informationen in Form verknüpfter Begriffe zugeordnet werden. Das PDF-Dokument könnte zum Beispiel mit einem Dokumenttyp wie „Handbuch“ ausgezeichnet werden.
  3. Zuordnung von Kontexten: Die Begriffe aus den Vokabularen selbst können abermals mit zusätzlichen Metadaten in Form von Kontexten ausgestattet werden, in welchen Begriffe unter bestimmten Überbegriffen gesammelt werden können. Das Handbuch könnte z.B. einem „Technischem Kontext“ zugeordnet werden.

4.1 Eigenschaften

Das MonArch Team bietet die Möglichkeit der flexiblen Anpassung aller Eigenschaften an die Bedürfnisse der Anwender und Anwenderinnen. Jedem Elementtyp können dazu eigene Eigenschaften zugeordnet werden, d.h. ein räumlicher Kontext kann andere Eigenschaften als ein Strukturelement besitzen. Außerdem gibt es keine Einschränkung bzgl. der Anzahl der Eigenschaften pro Elementtyp. Zur besseren Übersicht können die Eigenschaften zudem in einzelne Gruppen oder auch Untergruppen aufgeteilt werden. Diese spiegeln sich in MonArch in einzelnen Tabs im Eigenschaftenfenster wider, wie z.B. die beiden Gruppen „Bezeichnung“ und „Attributierung“ in den nachfolgenden Abbildungen.

4.1.1 Einfache Eigenschaften

MonArch bietet die Möglichkeit, viele verschiedene Arten von Eigenschaften zu verwenden. Die folgenden Datentypen sind hierbei erlaubt:

  1. Check: Hier kann ein Haken für Wahr oder Falsch gesetzt werden.
  2. Datum: Ein Datumswert kann mittels eines Kalenders, der bei Klick auf dem Icon am Ende der weißen Zeile erscheint, ausgewählt werden.
  3. Datum und Zeit: Hier kann neben dem Datum auch eine genaue Zeit ausgewählt werden. Dazu wird neben dem Kalender eine Uhr angezeigt, deren Zeiger verstellt werden können.
  4. Float: Ein Zahlenwert mit Nachkommastellen kann eingegeben werden.
  5. Mehrere IRIs: Bei Klick auf den Plus-Button können neue Zeilen in die Tabelle eingefügt und mit IRIs befüllt werden. Mittels der Pfeile können die Einträge zudem sortiert und über den letzten Button, der bei Auswahl eines Eintrags rot wird, wieder gelöscht werden.
  6. IRI: Hier kann eine einzelne IRI eingetragen werden.
  7. Nummer: Hier kann eine Nummer ohne Nachkommastellen eingetragen werden. In die darauffolgende Zeile kann zudem eine Maßeinheit geschrieben werden.
  8. Textfeld: Hier kann ein beliebiger Text eingetragen werden. Es ist auch möglich, dieses Feld mehrzeilig zu konfigurieren.
  9. Mehrere Textfelder: Analog zu den multiplen IRIs können auch hier einzelne Zeilen mit Texten befüllt und geordnet werden.
  10. Zeit: In dieses Feld kann ein Zeitwert eingetragen. Die Uhr erscheint auch hier bei Klick auf dem Icon am Ende des Feldes.
  11. Datum und Zeit in einer bestimmten Zeitzone: Neben dem Datum und der Zeit selbst kann in diesem Feld auch eine Zeitzone gewählt werden.

4.1.2 Themenabhängige Eigenschaften

Neben den einfachen Eigenschaften, die jedem Elementtyp zugeordnet werden und an diesem Typ immer vorhanden sind, gibt es auch eine Art von Eigenschaften, die nicht immer automatisch sichtbar sind. Sie sind stattdessen abhängig von bestimmten Themen oder Strukturtypen. Einem Elementtyp, z.B. einer Notiz, wird dabei eine Gruppe an Eigenschaften zugewiesen. Zudem wird diese Gruppe mit einem Thema, z.B. „Maßnahmen“, verknüpft. Damit ist diese Eigenschaftengruppe nur sichtbar, wenn die Notiz ebenfalls dem Thema „Maßnahmen“ zugewiesen wurde. Diese erweiterten Eigenschaften erscheinen in einem eigenen Bereich im Eigenschaftenfenster.

Wird nun obiger Notiz ein weiteres Thema hinzugefügt, das ebenfalls eine Gruppe an Eigenschaften enthält, werden sie sofort in die erweiterten Eigenschaften der Notiz aufgenommen. Im folgenden Beispiel ist dies das Thema „Handlungsbedarf“:

Durch die Auszeichnung mit Themen ist es so also möglich, die Eigenschaften eines Elements dynamisch zu verändern. Wird eine Zuweisung zu einem Thema verändert, z.B. über Drag und Drop oder in der Baumdarstellung im Eigenschaftenfenster eines Elements (s. „Mit Themen auszeichnen“ im obigen Bild), erscheinen entsprechende Hinweise:

Dasselbe geschieht auch, wenn ein solches Thema gelöscht wird:

Für Strukturtypen funktioniert dieser Mechanismus analog durch die Zuordnung eines Typs an ein Strukturelement.

4.1.3 Standardisierte Metadatenschemas

Neben dem Erstellen beliebiger selbst gewählter Eigenschaften ist es außerdem möglich, in MonArch Eigenschaften aus standardisierten Metadatenschemas zu importieren und an gewünschte Elemente anzuhängen. Derzeit ist die Integration dreier solcher Schemas möglich:

Dublin Core[1] ist ein Standard zur Beschreibung von Dokumenten und kann in MonArch beispielsweise für die weitere Beschreibung digitaler oder analoger Dokumente genutzt werden.

SKOS[2] (Simple Knowledge Organization System) ist ein Standard zur Beschreibung von Vokabularen und kann in MonArch beispielsweise genutzt werden, um Themen näher zu beschreiben.

FOAF[3] (Friend-of-a-friend) ist ein Standard zur Beschreibung von Personen und deren Beziehungen untereinander und kann in MonArch beispielsweise genutzt werden, um Personen näher zu beschreiben.

4.1.4 Property Sets

Neben standardisierten Metadatenschemas können auch Property Sets aus dem Bereich des Building Information Modeling (BIM) importiert werden. Beim Import einer IFC-Datei, was im Artikel zur 3D-Visualisierung näher beschrieben wird, werden auch alle Property Sets der einzelnen Gebäudeteile in MonArch integriert. Dort können sie dann wie alle anderen Eigenschaften in einem eigenen Bereich im Eigenschaftenfenster eines Strukturelements auch nach Belieben weiterbearbeitet werden.

4.2 Vokabulare

In MonArch kann jedem Element der Ergebnistypen, also den digitalen Dokumenten, analogen Dokumenten, Strukturelementen, Notizen und Kollektionen, eine beliebige Anzahl an Themen aus der Themenhierarchie zugeordnet werden. Damit werden einem Element Informationen über sich selbst zugewiesen, womit diese Themenzuordnung auch zu den Metadaten gehört. Was eine solche thematische Auszeichnung bewirkt, kann im Artikel zur Themenhierarchie selbst genauer nachgelesen werden.

Neben dem Erstellen einer eigenen Themenhierarchie oder dem Import eines Vokabulars aus einer MonArch 2 Datenbank ist es auch möglich, standardisierte Vokabulare in MonArch 3 zu integrieren. Derzeit ist dies für Iconclass und Getty AAT möglich. Iconclass ist ein standardisiertes Vokabular zur Klassifizierung und Erschließung von Bildinhalten, das für wissenschaftliche Arbeit im Bereich Kunstgeschichte und Ikonographie entwickelt wurde. Es beinhaltet über 22.000 Schlagwörter, die in 10 Hauptkategorien unterteilt sind, und ist in mehreren Sprachen verfügbar.

Getty AAT (Art and Architecture Thesaurus) ist ein vom Getty Research Institute herausgegebenes Vokabular zur Beschreibung von kunst- und kulturhistorischen Sammlungen und soll die Bereiche Kunst, Architektur und materielle Kultur umfassend abdecken. Es beinhaltet über 35.000 Begriffe und ist ebenfalls mehrsprachig verfügbar, allerdings sind, wie man im nachfolgenden Bild schnell erkennen kann, nicht alle Begriffe auf Deutsch vorhanden.

Die importierten Begriffe befinden sich daraufhin als externe Themen in der Themenhierarchie und können hier genauso wie alle anderen selbst erstellten internen Themen auch Elementen zugeordnet, umbenannt und mit Eigenschaften versehen, miteinander verknüpft oder in thematische Kontexte aufgeteilt werden.

4.3 Kontexte

Die letzte Ebene an Metadaten in MonArch 3 beinhaltet die Kontexte, welche räumlich oder thematisch sein können. Sie sammeln eine Menge an Elementen unter einem Überbegriff und ermöglichen damit das Ein- und Ausblenden der zugeordneten Elemente. Damit wird eine Fokussierung auf alle Informationen eines bestimmten Aspekts oder mehrerer übergreifender Aspekte ermöglicht. Zum Beispiel könnte ein Kontext so dem gesamten Getty Vokabular zugeordnet werden, um es von Themen aus anderen Quellen zu unterscheiden. Ebenso könnte auch nur Teilbereich des Vokabulars in einen Kontext aufgenommen werden, beispielsweise nur Begriffe zum Thema „Unternehmen“.

Kontexte werden Strukturelementen und Themen zugeordnet und befinden sich damit auf Ebene der Metadaten dieser Objekte. Mehr zur Verwendung von Kontexten kann im nächsten Artikel zu Kontextansichten nachgelesen werden.


[1] https://www.dublincore.org/

[2] https://www.w3.org/2004/02/skos/

[3] http://xmlns.com/foaf/spec/