Einleitung
Die Erstellung eines Raumbuchs ist eine der zentralen Aufgaben bei der Dokumentation historischer Gebäude. Besonders in der Denkmalpflege, Restaurierung und bauhistorischen Forschung stellt es ein unverzichtbares Instrument dar, um alle relevanten Informationen eines Bauwerks systematisch, nachvollziehbar und disziplinübergreifend zu erfassen. Dabei wird eine raumweise gegliederte Dokumentationsgrundlage geschaffen, die nicht nur Maße, Materialien und Ausstattungselemente umfasst, sondern auch Schäden, restauratorische Befunde, durchgeführte oder geplante Maßnahmen und denkmalpflegerische Bewertungen. In komplexen Bauwerken ist ein solches Raumbuch essenziell, um den Überblick über Bauphasen, Zustände und Zuständigkeiten zu behalten – insbesondere, wenn mehrere Fachdisziplinen gemeinsam an einem Objekt arbeiten. MonArch bietet mit dem Raumbuch-Export ein leistungsfähiges Werkzeug, das diesen Prozess vereinfacht und auf Basis eines vorhandenen, strukturierten Datenbestands automatisch ein konsistent aufgebautes und druckfertig formatiertes Raumbuch im PDF-Format generiert – jederzeit wiederholbar, inkrementell aufbaubar, vollständig anpassbar und inhaltlich flexibel. Da MonArch auf einer zentralen, relationalen Datenbank basiert, profitieren Nutzer automatisch von einer konfliktfreien Datenstruktur inklusive Mehrbenutzerbetrieb und Transaktionssicherheit. Das bedeutet: Auch wenn mehrere Personen gleichzeitig an einem Projekt arbeiten, bleiben Daten eindeutig und überschneidungsfrei.
Im Unterschied zu herkömmlichen Verfahren, die häufig auf manuell gepflegten Textdokumenten basieren, arbeitet der Raumbuch-Export von MonArch vollständig datenbasiert. Alle für das Raumbuch benötigten Inhalte – von der Gebäudestruktur über Fotos, Befunde und Notizen bis hin zu projektbezogenen Metadaten – werden direkt und zentral in MonArch verwaltet, strukturiert verknüpft und beim Export automatisch korrekt platziert, so zum Beispiel das (frei erfundene) Gasthaus Weißenstein in Bild 1. Duch Nutzung der MonArch-Datenstruktur als Exportgrundlage lassen sich nicht nur erheblich Zeit und Aufwand (insbesondere im Bezug auf das Layout) sparen, sondern auch eine hohe Konsistenz sowie Transparenz über verschiedene Projektphasen und Beteiligte hinweg sicherstellen.

Ziel des Raumbuch-Exports ist es, sämtliche relevanten Informationen zu einem Gebäude jederzeit raumbezogen, nachvollziehbar und in klar gegliederter Form zusammenzuführen – und das unabhängig davon, wie weit der Projektstand bereits fortgeschritten ist. MonArch ist darauf ausgelegt, auch mit unvollständigen Datenständen sinnvoll umzugehen. Selbst wenn also noch nicht alle Räume vollständig dokumentiert oder alle Befunde eingetragen sind, kann dennoch jederzeit per Knopfdruck ein formal konsistentes und professionell aufgebautes Raumbuch erstellt werden. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn Zwischenstände dokumentiert, Teilbereiche ausgewertet oder projektbezogene Entscheidungen vorbereitet werden müssen.
In dieser Wiederholbarkeit und damit einhergehenden möglichen Versionierung des Exports liegt ein weiterer Vorteil, da das Raumbuch direkt aus dem jeweils gerade aktuellen Datenstand generiert wird. So können neue Versionen bei Datenänderungen ohne zusätzlichen Aufwand schnell erzeugt werden, wodurch sich die Projektentwicklung schrittweise nachvollziehen und dokumentieren lässt – ohne Medienbrüche, Layoutfehler oder redundante Datenpflege.
Strukturierter Aufbau
Der Raumbuch-Export basiert auf einem klar strukturierten, projektzentrierten Arbeitsprinzip. Jedes Raumbuch entsteht dazu innerhalb eines eigenen Projekts, das in MonArch angelegt und mit einem oder mehreren Gebäuden aus der Strukturhierarchie verknüpft ist. Damit bleibt es möglich, innerhalb eines Datenstand beliebig viele Raumbuch-Projekte und Bauwerke parallel zu verwalten. In jedem Projekt können außerdem weiterführende Metainformationen eingepflegt werden – wie etwa der Bearbeitungszeitraum oder Untersuchungsgrund. Auch welche einem Bauteil zugeordneten Begriffe aus der Themenhierarchie tatsächlich im Raumbuch gedruckt werden sollen, entscheidet eine Themenzuweisung auf Projektebene. Auf diese Weise könnten auch mehrere verschieden gefüllte Raumbücher aus demselben Gebäude erzeugt werden, beispielsweise eines mit dem Schwerpunkt Schadenskartierung und ein weiteres zur Bestandsdokumentation.
Das im Raumbuch betrachtete Gebäude ist in MonArch über eine typisierte Strukturhierarchie organisiert. Das bedeutet, dass jedes Bauteil – ob Fassade, Raum, Fenster, Tür oder Boden – einem bestimmten Strukturtyp zugeordnet sein muss, der dessen Position im Raumbuch definiert. Dafür kann entweder ein Typ aus dem vorgegebenen Katalog bestehend aus Standardtypen wie „Fassade“, „Raum“, „Fenster“, „Boden“, usw. oder ein beliebig granular vom Nutzer selbst erzeugter Untertyp, wie z.B. eine „Fensteröffnung Typ I“ oder „Fensteröffnung Typ IIIa“, genutzt werden.
Die Exportlogik orientiert sich an dieser Hierarchie und erzeugt daraus ein logisch gegliedertes PDF-Dokument. Zunächst werden – falls vorhanden – Fassadenabschnitte dargestellt, gefolgt von einer geschossweisen Bearbeitung der Innenräume. Jeder Raum wird dabei einzeln aufbereitet, inklusive aller zugehörigen Bauteile, Bilder, Befunde, Notizen und Eigenschaften. Die ausgegebenen Inhalte sind allerdings nicht fest vorgegeben, sondern können von Anwendern im Exportdialog definiert werden (s. Bild 2).

Die Zuordnung von Themen, Personen, Notizen und Dokumenten an Bauteile erfolgt ebenfalls strukturiert und projektspezifisch. So kann einerseits durch Typzuweisungen ähnlich der Typisierung der Gebäudestruktur – nur hier in Form von Dokumenttypen, Notizarten oder Rollen – festgelegt werden, dass eine bestimmte Person im Raumbuch als Bearbeiter oder Auftraggeber erscheint oder dass ein Foto als Fassadenansicht, Grundriss oder Befundbild eingeordnet wird (s. Bild 3). Der Export prüft zusätzlich bei jeder Neugenerierung des Raumbuchs die Verknüpfung zwischen Themen und Projekt und filtert, was genau in der gedruckten Version des Datenstands ausgegeben werden soll. Durch diese strukturierte Modellierung lassen sich Inhalte präzise steuern und beim Export automatisch an der richtigen Stelle ausgeben. So entsteht ein konsistentes Dokument, das sowohl inhaltlich belastbar als auch visuell ansprechend ist.

Inhaltliche Bestandteile
Der Raumbuch-Export erzeugt verschiedene Kapitel, die modular aufgebaut und individuell aktivierbar sind. Mittelpunkt des Dokuments ist stets die raumweise Darstellung der Gebäudestruktur, in der jeder Raum eine Kopfzeile mit Gebäudedaten, Bezeichnung, Projektzeitraum und zuständigen Personen, gefolgt von einer Beschreibung, Fotos, verknüpften Bauteilen und deren jeweiligen Detailinformationen enthält. Befunde oder Zustandsbeschreibungen werden ebenfalls automatisch aus den an die entsprechenden Gebäudeteile zugeordneten Daten extrahiert.
Darüber hinaus bietet der Raumbuch-Export jedoch auch eine Vielzahl ergänzender Kapitel, die je nach Projektziel über den Exportdialog aktiviert oder weggelassen werden können. Dazu zählen unter anderem:
- ein automatisch generiertes Inhaltsverzeichnis mit Seitenzahlen,
- eine projektbezogene Unternehmensvorstellung oder Zusammenfassung,
- ein Objektdatenblatt mit einer tabellarischen Übersicht aller wichtigen Eckdaten,
- ein Abschnitt zur Erläuterung des Grunds der getätigten Untersuchung,
- ein Kapitel zur Bau- und Nutzungsgeschichte
- mit chronologisch sortierten Notizen und Bildern als Historie
- sowie einem Quellenverzeichnis mit automatischer Zuweisung von Zitiernummern zur Historie
- und ein Bauteilkatalog, der alle verwendeten Strukturtypen mit Beschreibung, Bild und thematischen Zuordnungen zusammenfasst.
Diese Zusatzinhalte beruhen immer auf gezielten Klassifizierungen innerhalb des MonArch-Datenstands. So erscheinen beispielsweise alle Notizen der Notizart „Historie“ in der gleichnamigen chronologischen Auflistung von Ereignissen im Raumbuch, während eine Notiz vom Typ „Baugeschichte“ in das ebenfalls gleichnamige Kapitel exportiert wird. Bestimmte Dokumenttypen wiederum definieren, ob ein Bild in der Historie, im Bauteilkatalog, als Titelbild oder Unternehmenslogo ausgegeben wird. Auch hier gilt im Exportprozess folglich: Die Auswahl der Inhalte erfolgt stets datengetrieben und vollständig automatisiert.
Gestaltung und Layout
Der Export erfolgt immer im PDF-Format und verwendet standardmäßig ein sofort einsatzbereites Layout, das auf typische Anforderungen in der Bauwerksdokumentation abgestimmt ist – inklusive Kopfzeilen, Abschnittsgliederung, Tabellen und Bildplatzierung (s. Bild 4ff.). Für Projekte mit speziellen Designvorgaben, institutionellen Richtlinien oder besonderen Formatierungswünschen kann dieses Layout gemeinsam mit dem MonArch-Team angepasst werden. Die Überschriftenfarbe hingegen kann bereits im Exportdialog von jedem Anwender selbst angepasst werden, z.B. an das vorhandene Unternehmenslogo.
Ein wesentliches Merkmal ist die inhaltliche Skalierbarkeit des Raumbuchs. Die Seitenzahl passt sich automatisch dem Umfang der Daten an – es gibt hier keine künstliche Begrenzung. Wird ein weiteres Bild hinzugefügt, muss nicht jedes Mal manuell überprüft werden, dass das Layout konsistent bleibt, sondern der Export übernimmt es automatisch. Egal ob ein Raum leer oder mit hunderten Befundbildern ausgestattet ist: Der Export verarbeitet alle Inhalte vollständig und stellt sie korrekt im Gesamtdokument dar.
Schulung und Support
Die erstmalige Strukturierung eines Datenstandes für den Raumbuch-Export kann auf den ersten Blick aufwändig erscheinen, doch bereits nach einer kurzen Einarbeitungsphase reduziert sich der Aufwand spürbar und die zugrundeliegende Systematik wird zunehmend nachvollziehbar. Besonders bei wiederkehrenden Projekten zahlt sich der initiale Aufwand aus: Einmal erstellte Strukturen (in Form projektübergreifender Daten wie der Unternehmensvorstellung, dem Bauteilkatalog, Quellenangaben oder der Themenhierarchie) stehen dauerhaft in MonArch zur Verfügung und können bei Folgeprojekten effizient weiterverwendet werden. Ein wesentlicher Vorteil des Raumbuch-Exports liegt zudem in seiner Wiederholbarkeit und der Möglichkeit, den Datenstand inkrementell aufzubauen: Fest angelegte Layouts und Arbeitsprozesse sorgen dafür, dass wiederholte Exporte mit minimalem Aufwand durchgeführt werden können – ganz ohne Konflikte mit anderen Anwendern oder Probleme bei der Formatierung des Dokuments.
Um den Einstieg so effizient wie möglich zu gestalten, bietet das MonArch-Team gezielte Schulungen und Projektbegleitungen an. In individuell abgestimmten Workshops oder Einführungsveranstaltungen wird durch erfahrene Teammitglieder vermittelt, wie ein Raumbuch-Projekt optimal aufgebaut und gepflegt wird.
Die Schulungsinhalte umfassen unter anderem:
- Strukturierung eines neuen Projekts
- Aufbau einer konsistenten Gebäudestruktur
- Einsatz und Anpassung der vorhandenen Typkataloge
- Nutzung und Inhalt der optionalen Zusatzkapitel
- Möglichkeiten der individuellen Layoutgestaltung
Ob bei der Planung eines neuen Raumbuch-Projekts oder bei der Überführung bestehender Daten in MonArch – das Team steht jederzeit beratend zur Seite. Die Unterstützung erfolgt unverbindlich und orientiert sich stets an den individuellen Anforderungen und Projektzielen der Anwender.