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Publikation: Der Wandmalereizyklus zu den Wissenschaften und Künsten in der Brandenburger Domklausur im Kontext

Wir freuen uns, auf eine aktuelle Publikation hinzuweisen, die sich mit einem bedeutenden kunsthistorischen Fund auseinandersetzt: Vor rund 20 Jahren wurde in einem Saal der ehemaligen Dombibliothek in Brandenburg an der Havel ein Wandmalereizyklus zu den Wissenschaften und Künsten wiederentdeckt. Der von Ulrike Heinrichs herausgegebene Sammelband nimmt dieses fragmentarisch erhaltene Ensemble zum Ausgangspunkt für eine interdisziplinäre Auseinandersetzung mit der Gattungsgeschichte von Bibliotheken – ihren räumlichen Strukturen ebenso wie ihren programmatischen Aussagen. Beiträge aus Kunstgeschichte, Baugeschichte, Restaurierungswissenschaft, Informatik, Handschriftenkunde, Philologie, Geschichte und Epigraphik beleuchten die spätgotische Erneuerung von Dom und Domklausur in Brandenburg. Dabei wird Wandmalerei als Medium sogenannter „Wissensforen“ profiliert. Zudem eröffnet der Band Perspektiven auf die digitale Erschließung und mediale Vermittlung dieses Forschungsfeldes.

Unter den zahlreichen Beiträgen möchten wir besonders auf den Artikel des MonArch Teammitglieds Michaela Kuhn hinweisen: „Modellierung von Nutzungskontexten im zeitlichen Verlauf in MonArch am Beispiel der Domklausur in Brandenburg“. Er beschreibt den Einsatz unserer Software im DFG-geförderten Forschungstandem zum Wandmalereizyklus. Anhand des ersten Obergeschosses der Domklausur veranschaulicht der Beitrag, wie räumliche Kontexte (13., 15., 20. und 21. Jahrhundert) den jeweiligen Bauzustand mitsamt passendem Grundrissplan filtern, während thematische Kontexte das Vokabular auf die relevanten Zeiträume eingrenzen – etwa um Fotodokumentationen aus einzelnen Restaurierungsphasen oder Grundrisse aus der Nutzung als Ritterakademie (1704–1936) gezielt aufzufinden. Eine Rücknavigation von Dokumenten zur Gebäudestruktur macht zudem sichtbar, wo eine Wandmalerei einst entstand und wo sie später wiederentdeckt wurde.

Die Publikation ist online frei verfügbar und kann zusätzlich als Print-on-Demand-Ausgabe bezogen werden:
👉 https://doi.org/10.11588/arthistoricum.1740

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