3D-Modell © KDWT Bamberg

In den meisten Fällen ist es sinnvoll und deshalb auch empfohlen, bei der Einführung eines neuen Gebäudes (oder eines anderen räumlichen oder geographischen Objektes) in MonArch mit der Strukturhierarchie zu beginnen. Sie gibt die räumliche Struktur eines Objektes wieder und kann dabei vollkommen frei erstellt werden, d.h. weder Tiefe noch Detailgrad sind fest vorgegeben. Spätere Bearbeitungen sind zu jedem Zeitpunkt möglich.

Das Beispiel der Kirche St. Lorenz aus Nürnberg im unten liegenden Bild verdeutlicht, was unter einer Strukturhierarchie zu verstehen ist. Hier wird im ersten Schritt die Stadt Nürnberg als oberstes Element der Strukturhierarchie definiert. Als nächstes folgt in diesem Beispiel die Kirche selbst – natürlich könnten daneben auch weitere andere Gebäude oder Orte definiert werden. Darauf folgen in diesem Beispiel Außen- und Innenbau, welche beide ein Teil ihres übergeordneten Strukturelements, also der gesamten Kirche, sind und somit in einer strukturellen Abhängigkeitsbeziehung zu ihr stehen. Ebenso sind der Chor, das Langhaus und der Westbau wiederum Teil des Außenbaus. Diese Unterteilung könnte nun bis zu einzelnen Bausteinen weitergeführt werden, kann aber ebenso auch bereits hier stehen bleiben und nicht weiter unterteilt werden.

MonArch 3.0 baut die Beziehungen zwischen Strukturelementen, d.h. zwischen Elementen der Strukturhierarchie wie dem Westbau und seinem Mittelteil, weiter aus. Ein einzelnes Strukturelement kann nicht nur eine Teil-von-Beziehung, also strukturell von einem anderen Element abhängig sein, sondern auch Zugehörigkeitsbeziehungen zu mehreren verschiedenen Strukturelementen besitzen. Ein Pfeiler, welcher Mittelschiff von Seitenschiff trennt, kann somit einmalig modelliert, aber beiden Bereichen strukturell zugeordnet werden, obwohl er weder Teil des Seiten- noch des Mittelschiffs ist. Als Folge wird der Pfeiler zweimal in der Hierarchie angezeigt, ist aber nur einmal im System vorhanden. Weitere Eigenschaften oder Verknüpfungen zu beispielsweise digitalen Dokumenten oder 3D-Modellen können ihm entsprechend sicher und konsistent zugeordnet werden.

Zusätzlich ist es in MonArch möglich, Strukturelementen einen Strukturtyp zuzuordnen, um sie weiter zu klassifizieren. Obwohl viele Gebäudeteile durch ihre Bezeichnung selbst für die Anwenderinnen und Anwender klar erkennbar sind, ermöglicht eine zusätzliche Typisierung eine gezieltere Suche nach Gebäudeteilen einer bestimmten Art. Dazu können einfache Typen wie Fenster, Wand oder Tür zählen, aber auch verschiedene Materialschichten, Konstruktionselemente oder Teile der Ausstattung. Diese Zuordnung erlaubt auch späteren Benutzerinnen und Benutzern des Systems, die möglicherweise nicht an der Benennung der Gebäudeteile beteiligt waren, schnell alle Teile eines bestimmten Typs wiederzufinden. Auch in einer Vernetzung mehrerer MonArch-Systeme, in welcher möglicherweise nicht alle Strukturhierarchien einer genau gleichen Benennungsvorschrift folgen, erlaubt die Verwendung eines Strukturtyp Vokabulars eine erfolgreiche übergreifende Suche durch die Bauwerke aller vernetzten Systeme. Zusätzlich spielen Strukturtypen auch im Anwendungsfall BIM und IFC eine wichtige Rolle.

Es ist ebenfalls möglich, Strukturelementen einen räumlichen Kontext zuzuordnen. Die Art und Weise der Verwendung dieser Kontexte wird im Kapitel zur Kontextansicht weiter erläutert. Eine Zuordnung zu einem Kontext wird von Seiten der Strukturhierarchie aus gesehen automatisch ausgeführt, wenn neue Strukturelemente unter einem angewählten Kontext erstellt werden. Eine spätere Änderung dieser Zuordnungen ist ebenfalls sowohl im Eigenschaftenfenster der räumlichen Kontexte als auch per Drag und Drop möglich.

Die Eigenschaften von Strukturelementen werden zudem in einem eigenen Kapitel zum Thema Strukturelemente näher beschrieben.

2.1.1 Toolbar

Über der Strukturhierarchie befindet sich die standardisierte Toolbar, die über jeder Darstellung in Form eines Baumes (Strukturhierarchie, Themenhierarchie, räumliche Kontexte, thematische Kontexte) im MonArch-Client zu finden ist. Sie enthält folgende Buttons:

  1. Neues Strukturelement erstellen: Ein neues unbenanntes Strukturelement wird auf oberster Ebene des Baumes angelegt. Ist ein räumlicher Kontext in der darüber liegenden Kontextansicht angehakt, wird das neue Element diesem Kontext automatisch sowohl als Einstiegsstrukturelement als auch als Strukturelement zugeordnet.
  2. Ausgewähltes Strukturelement erweitern: Das (oder die) gerade selektierte(n) Strukturelement(e) werden um ein untergeordnetes Strukturelement erweitert. Der Button ist dabei nur aktiv, wenn gerade Strukturelemente angewählt sind. Das neue unbenannte Element wird der Auswahl mittels einer strukturellen Abhängigkeit zugeordnet, d.h. es ist ein Teil des übergeordneten Elements. Ist ein räumlicher Kontext in der darüber liegenden Kontextansicht angehakt, wird das neue Element diesem Kontext automatisch als Strukturelement zugeordnet.
  3. Dropdown: Das Erweiterungsmenü wird geöffnet.
  4. Ausgewähltes Strukturelement editieren: Das Eigenschaftenfenster wird für die aktuelle Auswahl geöffnet. Der Button ist dabei nur aktiv, wenn gerade Strukturelemente angewählt sind. 
  5. Ausgewähltes Strukturelement entfernen: Die aktuelle Auswahl an Elementen wird vollständig gelöscht. Der Button ist dabei nur aktiv, wenn gerade Strukturelemente angewählt sind. Alle vorhandenen Beziehungen zu anderen Elementen werden ebenfalls entfernt. Falls das gelöschte Element untergeordnete Strukturelemente besitzt, werden diese nicht ebenfalls entfernt, sondern an oberster Ebene in der Strukturhierarchie eingeordnet.
  6. Alles deselektieren: Alle vorhandenen Haken innerhalb der Strukturhierarchie werden entfernt. Der Button ist dabei nur aktiv, wenn gerade Strukturelemente angewählt sind. 
  7. Ansicht aktualisieren: Die Baumansicht wird aktualisiert.
  8. Menü: Das Seitenmenü wird geöffnet.
  9. Minimize: Die Strukturhierarchie wird minimiert und nur am Rande des MonArch-Clients mittels ihres Icons dargestellt.
  10. Maximize: Die Strukturhierarchie füllt den gesamten Bildschirm und alle anderen Fenster werden minimiert. Ein Doppelklick auf den Tab der Hierarchie selbst hat dieselbe Wirkung. Es ist außerdem möglich, den Tab an beliebige andere Stellen innerhalb des Clients zu verschieben.

2.1.2 Erweiterungsmenü

Das Erweiterungsmenü beinhaltet eine weitere Auswahl an Möglichkeiten, ein Strukturelement mit einem neu erstellten Strukturelement zu verknüpfen. Außerdem wird in diesem Menü die Möglichkeit zum Entfernen einer vorhandenen Verknüpfung gegeben – allerdings nur falls das ausgewählte Element eine solche Verknüpfung überhaupt besitzt. Die vier Einträge in diesem Menü befinden sich 1:1 auch im Kontextmenü und werden dort genauer erläutert.

2.1.3 Seitenmenü

Das Seitenmenü öffnet sich bei Klick auf die drei übereinander liegenden Punkte am Ende einer Toolbar und beinhaltet im Fall der Strukturhierarchie folgende Menüpunkte:

  1. Sortieren → Aufsteigend sortieren: Die Elemente der Strukturhierarchie werden alphabetisch aufsteigend sortiert.
  2. Sortieren → Absteigend sortieren: Die Elemente der Strukturhierarchie werden alphabetisch absteigend sortiert.
  3. Sortieren → Benutzerdefiniert sortieren: Die Elemente der Strukturhierarchie werden benutzerdefiniert sortiert.
  1. Filter → Strukturelemente: Wenn dieser Punkt ausgewählt ist, werden in der Strukturhierarchie Strukturelemente angezeigt. Dies ist standardmäßig aktiviert.
  2. Filter → Geographien: Wenn dieser Punkt ausgewählt ist, werden in der Strukturhierarchie Geographiendie für die Kartenansicht verwendet werden, angezeigt. Dies ist standardmäßig deaktiviert.
  3. Filter → Geometrien: Wenn dieser Punkt ausgewählt ist, werden in der Strukturhierarchie Geometriendie für die 2D-Visualisierung und 3D-Visualisierung verwendet werden, angezeigt. Dies ist standardmäßig deaktiviert.
  4. Filter → 3D-Modelle: Wenn dieser Punkt ausgewählt ist, werden in der Strukturhierarchie 3D-Modelle, die für die 3D-Visualisierung verwendet werden, angezeigt. Dies ist standardmäßig deaktiviert.
  5. Filter 2D-Modelle: Wenn dieser Punkt ausgewählt ist, werden in der Strukturhierarchie 2D-Modelle, die für die 2D-Visualisierung verwendet werden, angezeigt. Dies ist standardmäßig deaktiviert.
  6. Filter → Kartenmodelle: Wenn dieser Punkt ausgewählt ist, werden in der Strukturhierarchie Kartenmodelle, die für die Kartenansicht verwendet werden, angezeigt. Dies ist standardmäßig deaktiviert.
  1. Aufklappen → 1 Level aufklappen: Alle sichtbaren Strukturelemente werden um ein weiteres Level aufgeklappt, falls sie untergeordnete Elemente besitzen.
  2. Aufklappen → 2 Level aufklappen: Alle sichtbaren Strukturelemente werden um zwei weitere Level aufgeklappt, falls sie untergeordnete Elemente besitzen.
  3. Aufklappen → 3 Level aufklappen: Alle sichtbaren Strukturelemente werden um drei weitere Level aufgeklappt, falls sie untergeordnete Elemente besitzen.
  4. Aufklappen → Objekte benutzerdefiniert aufklappen: Alle sichtbaren Strukturelemente werden um ein vom Benutzer definiertes Level aufgeklappt, falls sie untergeordnete Elemente besitzen. Der Standardwert liegt bei einer Aufklapptiefe von 10 und kann in den Einstellungen verändert werden.
  5. Aufklappen → Alle selektierten Objekte aufklappen: Alle Strukturelemente werden so lange aufgeklappt, bis alle zum aktuellen Zeitpunkt selektierten Objekte sichtbar sind.
  1. Zuklappen → 1 Level zuklappen: Alle sichtbaren Strukturelemente werden um ein Level zugeklappt, falls sie geöffnet sind.
  2. Zuklappen → 2 Level zuklappen: Alle sichtbaren Strukturelemente werden um zwei Level zugeklappt, falls sie geöffnet sind.
  3. Zuklappen → 3 Level zuklappen: Alle sichtbaren Strukturelemente werden um drei Level zugeklappt, falls sie geöffnet sind.
  4. Zuklappen → Alle Objekte zuklappen: Alle sichtbaren Strukturelemente werden maximal zugeklappt, sodass kein Element mehr geöffnet ist.
  1. Hilfe: Die Online-Hilfe zur Strukturhierarchie wird im Browser geöffnet.

2.1.4 Kontextmenü

Das Kontextmenü öffnet sich bei einem Rechtsklick auf ein Element in der Strukturhierarchie und wird aus der Toolbar erzeugt. Das Erweiterungsmenü aus der Toolbar besitzt dabei die hier zu findenden Einträge 2-5.

  1. Erweitern: Das Strukturelement wird um ein untergeordnetes Strukturelement erweitert. Das neue unbenannte Element wird der Auswahl mittels einer strukturellen Abhängigkeit zugeordnet, d.h. es ist ein Teil des übergeordneten Elements. Ist ein räumlicher Kontext in der darüber liegenden Kontextansicht angehakt, wird das neue Element diesem Kontext automatisch als Strukturelement zugeordnet.
  2. Erweitern… Abhängiges Strukturelement hinzufügen: Ein neues unbenanntes Strukturelement wird der Auswahl untergeordnet. Dazu wird die Abhängigkeitsbeziehung verwendet, d.h. das neue Element ist Teil des ausgewählten Elements, wie z.B. der Außenbau Teil des Gebäudes ist. Ist ein räumlicher Kontext in der darüber liegenden Kontextansicht angehakt, wird das neue Element diesem Kontext automatisch als Strukturelement zugeordnet.
  3. Erweitern… Zugehöriges Strukturelement hinzufügen: Ein neues unbenanntes Strukturelement wird der Auswahl untergeordnet. Dazu wird die Zugehörigkeitsbeziehung verwendet, d.h. das neue Element ist dem ausgewählten Element nur zugeordnet anstatt von ihm abhängig zu sein, wie z.B. eine Säule dem Mittelschiff und Seitenschiff zugeordnet ist. Ist ein räumlicher Kontext in der darüber liegenden Kontextansicht angehakt, wird das neue Element diesem Kontext automatisch als Strukturelement zugeordnet.
  4. Erweitern… Abhängiges Strukturelement entfernen: Das ausgewählte Element verliert die Beziehung zu dem ihm sichtbar in der Strukturhierarchie übergeordneten Element, von dem es strukturell abhängig ist. Dieser Menüpunkt ist nur aktiv, wenn eine solche Beziehung vorhanden ist.
  5. Erweitern… Zugehöriges Strukturelement entfernen: Das ausgewählte Element verliert die Beziehung zu dem ihm sichtbar in der Strukturhierarchie übergeordneten Element, dem es strukturell zugeordnet ist. Dieser Menüpunkt ist nur aktiv, wenn eine solche Beziehung vorhanden ist. Weitere strukturelle Zuordnungen zu möglichen anderen Strukturelementen bleiben bestehen.
  6. Editieren: Das Eigenschaftenfenster wird für die aktuelle Auswahl geöffnet.
  7. Entfernen: Das Element wird vollständig gelöscht. Alle vorhandenen Beziehungen zu anderen Elementen werden ebenfalls entfernt. Falls das gelöschte Element untergeordnete Strukturelemente besitzt, werden diese nicht ebenfalls entfernt, sondern an oberster Ebene in der Strukturhierarchie eingeordnet.