Einleitung
MonArch ermöglicht die Nutzung von SVG-Dateien zur Navigation durch ein Gebäude. In der 2D-Visualisierung können SVG-Grafiken importiert, bearbeitet und mit der Strukturhierarchie verknüpft werden. Voraussetzung dafür sind geschlossene, anklickbare Flächen, die einzelnen Gebäudebereichen zugeordnet werden können. Bestehende SVG-Dateien können direkt in MonArch importiert werden. Ist jedoch nur eine PDF- oder Bilddatei vorhanden, kann diese mit wenigen Schritten in eine geeignete SVG-Datei umgewandelt und für die MonArch-Navigation vorbereitet werden. Die einzelnen Schritte dieser Konvertierung werden im Folgenden erläutert. Ebenso ist es möglich, eine SVG-Datei so aufzubereiten, dass MonArch daraus automatisch eine neue Strukturhierarchie auslesen, generieren und verknüpfen kann. Beim Aufbau eines Datenstands ist diese Funktion insbesondere nützlich, um schnell eine Gebäudestruktur zu erstellen.
Benötigte Tools (Vorschläge)
- PDF24 Toolbox: Kostenloses Online-/Offline-Tool zur Bearbeitung und Konvertierung von PDFs.
- Inkscape: Open-Source-Software zur Erstellung und Bearbeitung von SVG-Dateien.
Konvertierung einer PDF-Datei in eine SVG-Datei
- Öffne Sie die Toolbox (online oder Desktop-Version) und wählen Sie die Option „PDF umwandeln in…“ (s. Bild 1 links).
- Laden Sie die gewünschte PDF-Datei hoch.
- Wählen Sie das Format „SVG (.svg)“ als Zielformat (s. Bild 1 rechts).
- Klicken Sie auf „Umwandeln“.
- Nach Abschluss des Prozesses kann die konvertierte SVG-Datei heruntergeladen und an einem gewünschten Ort gespeichert werden.

Erstellung klickbarer Navigationsflächen in Inkscape
Die umgewandelte SVG-Datei enthält in der Regel keine geschlossenen Flächen, wie sie für die interaktive Navigation in MonArch benötigt werden. Mit Inkscape können solche Flächen jedoch schnell integriert werden. Auch im Fall bereits bestehender SVG-Dateien ist es sinnvoll, eine eigene Ebene einzufügen, die nur diejenigen Flächen enthält, die für die Navigation verwendet werden sollen. Eine Navigationsebene kann in folgenden Schritten erzeugt werden:
- Öffnen Sie die SVG-Datei in Inkscape.
- Öffnen Sie die Ansicht für „Ebenen- und Objekte“ (s. Bild 2 rechts oben).
- Eventuell muss hier im Einstellungsmenü (Zahnrad-Symbol) die Option „Nur Ebenen zeigen“ deaktiviert werden, da sonst die zu bearbeitenden grafischen Flächen innerhalb der Ebenen nicht in der Ansicht aufgelistet werden.
- Erstellen Sie über das Plus-Symbol am linken oberen Rand eine neue Ebene, z.B. mit dem Namen „Navigationsebene“.
- Die neue Ebene sollte auf gleicher Ebene wie bestehende Gruppen liegen, aber in der Listenansicht über den anderen Gruppen, damit die interaktiven Elemente nicht verdeckt werden.
- Nach Auswahl der neu erstellen Ebene muss das Bezier-Werkzeug aus der linken Werkzeugleiste aktiviert werden („Bezier-Kurven und gerade Linien zeichnen“, s. Bild 2 links).
- Zeichnen Sie den gewünschten klickbaren Bereich nach (s. Bild 2 links).
- Jeder Klick erzeugt einen Umrandungspunkt. So kann der gewählte Bereich einmal komplett eingekreist werden, je nach Anzahl der gesetzten Punkte sehr genau oder eher grob (ausreichend für eine unsichtbare Navigationsfläche).
- Es ist wichtig, die Fläche zu schließen, indem der Startpunkt (grün hervorgehoben) als letztes erneut angeklickt wird.
- Markieren Sie alle neuen Navigationsflächen (vom Typ „path“) in der Ebenen-Ansicht und wechseln Sie zur Ansicht „Füllung und Kontur“ um die Füllung der Flächen zu entfernen (s. Bild 2 rechts unten).
- Die klickbaren Flächen sollen unsichtbar sein und die anderen (möglicherweise bereits farbigen) Ebenen nicht überdecken. In der Visualisierung werden sie in MonArch bei einer Selektion automatisch gefärbt (z.B. grün im Navigationsmodus).
- Speichern Sie die bearbeitete SVG-Datei im Format „Normales SVG“ (nicht Inkscape-SVG).

SVG-Import in MonArch
- Öffnen Sie die 2D-Visualisierung in MonArch.
- Klicken Sie auf den Import-Button oberhalb der Visualisierung (das grüne Plus-Symbol in der Toolbar).
- Wählen Sie die neue SVG-Datei aus und laden Sie sie hoch.
- Optional können Sie dem neu erstelltem 2D-Modell einen eigenen Namen geben.
- Nach dem Import können die erstellten Navigationsflächen im Verknüpfungsmodus ausgewählt und manuell einzelnen Strukturelementen zugeordnet werden.

Erweiterter SVG-Import in MonArch
Neben dem Standard-Import unterstützt MonArch auch eine erweiterte Funktion, mittels welcher eine Strukturhierarchie aus einer importierten SVG-Datei generiert werden kann. Zusätzlich werden die neuen Bauteile automatisch mit ihren korrespondieren grafischen Flächen in der SVG-Datei verknüpft, was eine sofortige Navigation durch die erzeugte Hierarchie erlaubt. Die Funktion befindet sich auf der zweiten und dritten Seite des Import-Dialogs. Im Standard ist hier die Option “Nicht importieren” aktiviert – dies führt zu einem normalen SVG-Import ohne Generierung einer Strukturhierarchie. Andernfalls wird die automatisch erzeugte ID, die jedes Element innerhalb einer SVG-Datei erhält, als Schlüssel genutzt. Ein großer Vorteil der eindeutigen Schlüsselvergabe besteht darin, dass der Importvorgang beliebig oft wiederholt werden kann – etwa um neue Elemente inkrementell hinzuzufügen. Folgende Optionen stehen zur Verfügung:
- ID: Die ID wird direkt in die Eigenschaften des Strukturelements (als “externe ID”) übernommen und bei wiederholtem Import überprüft und wiederaufgefunden. In den meisten Fällen ohne eine vorherige spezifische Bearbeitung der SVG-Datei die beste Option.
- UUID: Aus der ID wird eine UUID erzeugt, d.h. ein eindeutiger technischer Identifier in festem Format (bestehend aus 36 Zeichen). Wenn die ID, welche in der SVG-Datei jederzeit verändert werden kann, das falsche Format für eine UUID besitzt, schlägt der Import fehl.
- Bezeichnung: Statt der ID wird der Wert aus dem Titelfeld der einzelnen Elemente in der SVG-Datei für den Import genutzt (s. letztes Bild). Diese werden mit den Bezeichnungen aller vorhandenen Strukturelemente verglichen. Bei gleichem Wert wird kein neues Strukturelement erzeugt.
- (Hierarchische) Abkürzung: Die ID wird mit dem Wert des Abkürzungsfelds in MonArch verglichen.
Für die Generierung der Strukturelemente durchsucht MonArch die SVG-Datei nach geometrischen Objekten, die sich unter einer bestimmten Navigationsebene befinden. Welche Ebene dafür verwendet werden soll, kann ebenfalls konfiguriert werden. Dazu liest MonArch alle verfügbaren solchen Ebenen aus der gewählten SVG-Datei aus und lässt den Anwender über ein Dropdown-Menü auswählen, welche genutzt werden soll. Zusätzlich kann hier entschieden werden, ob geometrische Objekte, die geschlossen, gefüllt, oder einfach alle vorhandenen für den Import hinzugezogen werden sollen. Optimalerweise (bei Nutzung einer aufbereiteten SVG-Datei) werden hier nur geschlossene Formen selektiert.
Eine letzte Option auf dieser Dialogseite setzt fest, ob die nach der gewählten Methodik über ID, UUID, Bezeichnung oder Abkürzung aufgefundenen Strukturelemente nur mit der Zeichnung verknüpft oder – wenn sie noch nicht existieren – auch neu erstellt werden sollen. Zusätzlich können alle Strukturelemente automatisch unter dem gerade selektierten Element (an das die SVG-Datei angehängt wird) eingeordnet werden. Bereits vorhandene Beziehungen zu anderen Elementen werden dabei nicht überschrieben.

Darüber hinaus kann auf der letzten Dialogseite des SVG-Imports eine Option aktiviert werden, wodurch unabhängig von der gewählten Import-Methodik das Titelfeld aus der SVG-Datei für jedes Element ausgelesen und in das Bezeichnungsfeld in MonArch übernommen wird. Dasselbe gilt für die Beschreibung. Ob bei aufgefundenen Strukturelementen die bereits vorhandenen Bezeichnungs- oder Beschreibungswerte in MonArch überschrieben, der neue Wert daran angehängt oder komplett ignoriert werden soll, kann ebenfalls definiert werden.
Folgende Schritte sind in Inkscape notwendig, um die Bezeichnung oder Beschreibung eines bereits vorhandenen Elements zu verändern:
- Machen Sie einen Rechtsklick auf das gewünschte Element in der Ebenen-Ansicht.
- Wählen Sie die Option “Objekteigenschaften…” aus.
- Füllen Sie hier die Felder “Titel” und “Beschreibung” nach Belieben. Wichtig: An dieser Stelle muss explizit auf den Button „Setzen“ geklickt werden, um Änderungen zu übernehmen.
- Speichern Sie die bearbeitete SVG-Datei im Format „Normales SVG“ (nicht Inkscape-SVG).

